Alois Reinhardt

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Mein Körper ist mein Medium. Die Auseinandersetzung mit der archaischen Natur, die in unseren Körpern wohnt eröffnet Zugänge zu den verborgenen Gesten, deren Sprache mich fasziniert. Unbekannte Landschaften der "inneren Natur" zu erforschen und diese unmittelbaren Ausdrucksmöglichkeiten immer neu in Bezug zu setzen, mit medialen Mitteln, Öffentlichkeit, urbanen Räumen, inkomparablen Lebensformen, Architektur, Natur ist mein Forschungsgebiet. Das Spektrum der äusseren und inneren Einflüssen zu ergründen und mit dem Körper, den ich als grösst mögliches Zeichen verstehe, eine künstlerische Authentizität in den Gebieten der Kreativen Forschung zum Ausdruck zu bringen, ist mein Wirkungsfeld. Die Kartierung der Körpersprache als Grundlage einer verschärften Wahrnehmung für die Zurückeroberung der authentischen Leidenschaft der Leiblichkeit als künstlerischer Diskurs.

Info :

Alois Reinhardt, (1981) gebürtiger Schweizer, Performer, Künstler, Maler, Choreograph, Tänzer und Schauspieler,

absolvierte zunächst eine Ausbildung zum Theatermaler am Theater St. Gallen, bevor er 2003 sein Schauspielstudium an der Hochschule für Musik und Theater in Bern begann. Während des Studiums wirkte er u. a. mit bei HIGHWAY 101 von Meg Stuart, tourte mit der Berliner Band "BONAPARTE" als Tänzer und Performer.

 

2007 bis 2011 war er am Deutschen Theater Göttingen engagiert, wo er 2009 den Nachwuchsförderpreis erhielt.

Darauf folgten 12 Jahre Berufserfahrung am Deutschen Theater Göttingen (2007-2012) sowie am Theater Bonn (seit 2013). Durch die Zusammenarbeit mit namhaften Regisseuren, wie Thorleifur Örn Arnasson, Christina Friedrich, Charlotte Sprenger, Luise Voigt, Felix Rothenhäusler, Mark Zurmühle, Thomas Bischof, Gavin Quinn,  Sandra Strunz, Mina Salehpour, Stefan Rogge,  Simon Solberg und Ayman Harper hat er sich mit den unterschiedlichsten,  künstlerischen Handschriften und Arbeitsweisen auseinandergesetzt und seine körperbetonte Spielweise stetig weiterentwickelt.

 

Von 2011 bis 2013 arbeitete er mit der Gruppe Suite 42 am Heimathafen Neukölln wo er in einem integralen und kulturpolitischen Arbeitsgebiet mitwirkte. In Zusammenarbeit mit Künstlern aus den Ländern (Palästina, Iran, Syrien und Marokko) entwickelte sich ein sozialpolitischer Dialog, der in einem kollaborativen Prozess in eine internationale Performance mündete, mit Aufführungen bei  diversen Festivals in Ramallah, Jenin, Hebron und Rabat, Hamburg und Colmar (F).

 

Nebst seinem schaffen am Theater, entwickelte er Live_Painting_Performances;  in den unterschiedlichsten Settings wie; Museen, Clubs, Festivals, Theaterstücken, Happenings, wo er in seiner performativen Körpersprache die Auseinandersetzung, der Verbindung von bildender Kunst und expressionistischem Embodiement sucht und als Zeugnis dieser Untersuchung, Bilder kreiert.

Durch seine Affinität zum zeitgenössischen Tanz, Körper und Medien, wirkte er in Projekten mit renommierten Tänzern und Choreographen mit; wie Meg Stuart , Simone Aughterlony, (Damaged Goods)/ Lisi Estaras, (Alain Platel) (Residenz in Avignon Theater des Domes 2017)

Gemeinsam mit Ayman Harper (Forsyth Company) hat er am HAU Berlin für das Festival „Tanz im August“ die performative Installation „Room 21 “ choreographiert. 


Seit 2013 arbeitet er fest am Theater Bonn wo er Hauptrollen u. a. in KARL UND ROSA nach Alfred Döblin (Regie: Alice Buddeberg), in DIE NIBELUNGEN (Regie: Thorleifur Örn Arnarsson) und in BUDDENBROOKS (Regie: Sandra Strunz). Zuletzt war er in Lessings MINNA VON BARNHELM (Regie: Charlotte Sprenger) und Shakespears KÖNIG LEAR (Regie: Luise Voigt) zu sehen.

2020 wurde Alois Reinhardt mit dem Schauspielerpreis THESPIS ausgezeichnet und gewann bei dem Festival "Across the Globe Film Festival" den Preis "Best Actor in a Leading Role" für die Rolle "Karl" im Kurzfilm "Familie" von Asena Caki. 

Seit 2018 unterrichtet er regelmässig als Schauspieldozent an der Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft.

Sein aktuelles künstlerisches Wirken hat sich in der Synthese mit dem Medienkünstler Frederik Werth Seit 2019 zu einem Performance-Kollektiv "AAWKIISO" verdichtet, das unter anderem vom Land NRW gefördert wird. In einer Reihe von Arbeiten, die mit der Performance "after all we know it is still oscillation" im Sommer 2019 begann, versuchen AAWKIISO mit den Medien Sound, Video und Butho-Tanz die Frage nach einer anthropozentrischen Schöpfung aufzulösen und das Objekt (Um-)Welt als gleichberechtigten Diskursteilnehmer in einer andersweltlichen Konversation erfahrbar zu machen.

Alois Reinhardt lebt und arbeitet in Bonn.

 
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